Acht
Generationen erzählen
Aus
der Geschichte der Grenzfamilie Haben
von Josef Haben 18. Juli 1938
von Josef Haben 18. Juli 1938
Die Vorfahren der Haben
kommen aus Urexweiler, einer Ortschaft des ehemaligen Oberamtes Ottweiler, nach
Mitlosheim, Kreis Wadern siedelten sich hier auf ein Jahrhundert an, um dann
ihren Weg fortzusetzen nach Amerika, Karthaus usw.
Der Kalender schreibt das
Jahr 1680. In Urexweiler, das durch die Brandfackel der Kriege Ludwigs XIV.
wieder einmal dem Erdboden gleich gemacht wurde. hier findet sich der erste Neusiedler
ein. Er beginnt damit, die Liegenschaften seiner Väter und Mütter wieder urbar
zu machen, um sie in blühende, fruchttragende Äcker zu verwandeln. Ihm folgen
bald weitere Siedler aus der näheren und weiteren Umgebung. 1604 sind es vier,
1701 sind es schon 14 Haushaltsvorstände, einer davon ist:
Hans Jacob Haben
Der Urahn, der über
Südwestdeutschland weit verzweigten Sippe der Haben. Er scheint zugewandert zu
sein, da der Name Haben in keiner älteren Liste des Oberamtes Ottweiler zu
finden ist.
Das Haushaltungsbuch von 1707
nennt ihn Jacob Haffen und gibt die Zahl der Familienmitglieder über 12 mit 5
und die unter 12 mit 4 an. Die Familie ist, wie die übrigen Dorfinsassen in
jener Zeit katholisch. Da die von den Kriegen zerstörte Kirche noch nicht
wieder aufgebaut ist, müssen die Gläubigen, wenn sie an Sonn- und Feiertagen
den beschwerlichen, oft durch herab
hängende Zweige Weg nach Ottweiler auf sich nehmen. Die Lebensbedürfnisse der
Dörfler sind denkbar einfach. Doch müssen sie das zum würzen der Speisen
benötigte Salz für 10 Taler bein Oberamt Ottweiler holen.
2. Die bäuerliche Wirtschaft
übernimmt der um 1690 geborene Sohn Hans Peter Haben. Der ehrenwerte Jungmann
ist im Mai 1721 kirchlich getraut worden mit der ehrenwerten Jungfrau Katharina
Juchems (Jochem) aus Hettigweiler. Das schliesst aber nicht aus, dass er 1730
noch, nachdem die Fürstin und Landesregentin zur Aufnahme und Consetation
sämtlicher Untertanen der Herrschaft Ottweiler den vierten Tei an Frongeld
erlassen hatte, 5 Gulden und 5 Alben jährlich aufbringen muss.
1741 besitzt Hans Peter Haben
ein Haus und 4 Pferde. Sein Vermögen ist mittelmässig. Schulden hat er
insgesamt 50 Gulden.
Hans Peter Haben und seine
Frau Katharina tragen durch eine zahlreiche, gesunde Nachkommenschaft am
Bevolkerungspolitischen bei. Sie schenken dem Staate 13 lebendige Kinder. Eine
kurze kaum lesbar geschriebene Notiz in
dem Kirchenbuch der katholischen Pfarrei sagt man, dass Hans Peter Haben am 8.
Juni 1762 verstorben ist und nach katholischen Ritus begraben ist.
3. Bei dem Tode des Hans
Peter Haben sind bereits die drei ältesten Söhre und eine Tochter verheiratet.
Ihre Nachkommen wohnen heute versteut in den Dörfern um Urexweiler. Ein
grosserTeil von ihnen übt den Beruf des Bergmannes aus. Der am 24. Juni 1905
verstorbene Pfarrer Johannes Nikolaus Haben aus Tholen ist der Urenkel des
drittältesten Sohnes von Hans Peter mit Namen Johannes Andreas Haben.
Das zehnte Kind des Hans
Peter Haben geboren 2. Juli 1739 Jacobus Haben hat sein Glück in Amerika
gesucht und wohl auch gefunden. Er soll im Jahre 1777 den Vereinigten Staaten
von Nordamerika nur die „kleine Summe von 450.000 Dollar“ geliehen haben. Wie
eine Ironie des Schicksals mutet es einen an, wenn man erfährt, dass sich der
jüngste Bruder des „Millionenonkels“ In Nordamerika, nähmlich Michael Haben,
geboren am 18.Juli 1745 in Orweiler zur selben Zeit (1776-77) als Arbeiter in
Mitlosheim niederlässt. Seine Ehefrau Katharine Hoff entstammt der in der
Losheimer Gegend ansässigen Sippe Hoff.
Die Vermögensverhältnisse des
Arbeiters Michael Haben gegen Ende des 18.ten Jahrhunderts sind zur Zeit
urkundlich nicht erforscht. Sie scheinen jedoch nicht schwer zu erraten in
einer Zeit, in der sich die Einwohnerzahl, des kleinen, noch von vielen Wäldern
umgebenen kleinen Ackerbaudörfchens Mitlosheim in zwei Jahrzehnten fast verdoppelt
hat. 1787 hat Mitlosheim 133, 1809 schon 219 Einwohner.
4. Der Sohn von Michael Haben,
geb. 12 Dezember 1977 zu Mitlosheim erhält bei der Taufe in der
Pfarrkirche Mitlosheim den Namen seines Urgrossvaters Johann Jacob Haben.
Dem
noch nicht sechs Jahre alten Jungen starben am 17. Januar 1783 und fünf Jahre
später am 3. Februar 1787 die Mutter weg.
Der elternlose vom Schicksal so hart getroffene Knabe ist noch zu jung, um die schwere dieses Verlustes zu verstehen.Er besucht mit anderen Jungen
die Winterschule in Mitlosheim, eine Volksschule gibt es um diese Zeit noch
nicht, um vielleicht seinen Namen schreiben, vielleicht ein wenig rechnen und
mehr zu lernen. Dem Knabenalter entwachsen verdient sich Johann Jacob Haben sein
Lebensunterhalt im Tagelohn.
Keiner seiner Nachkommen, welche Stellung er sich auf der Tribüne des
Lebens erkämpft hat braucht sich zu schämen, wenn er auf dem Heiratsschein
seines Urgrossonkels den Beruf eines Tagelöhners angegeben
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Jacob Haben heiratet am 1. Februar 1810 standesamtlich und kirchlich in
Weisskirchen Barabara Weber geboren 1. 12. 1783 in Niederlosheim. Ihre
Lebensaufgabe sehen sie im Erwerb eines eigenen, wenn auch kleinen
bäuerlichen Anwesens.
Der Jacob Haben schloss am 19. Juli1850 nach einem sehr arbeitsreichen
Leben für immer das Licht der Welt. Seine Söhne Matthias Haben geb. 1812 und
Johannes Haben geb. 12.November 1818 haben in ihrer Jugend das Glück, die erste
1822 gegründete Volkschule in Mitlosheim
besuchen zu dürfen.
Leider sind die Schulakte der kleinen Hochwalddörfer aus dieser Zeit noch
recht wenig erschlossen, weshalb es an dieser Stelle nicht möglich ist, etwas
über die Beteiligung der Jungen am Unterricht und am Erfolg des Schulbesuchs
auszusprechen. Wie dem auch sei, Matthias Haben wird von der um 1840 in
Mitlosheim aufkommenden
Auswandererbewegung mitgerissen. Er wandert 1843 mit seinen Angehörigen sechs an
der Zahl aus nach Nordamerika. Über sein und das seiner Nachkommen Schicksal in
der neuen Welt ist den in Mitlosheim zurückgebliebenen Verwandten nichts
mehr bekannt geworden.
Der Ackerer Haben Johannes vermählt sich am 29. November 1841 mit der um 3 Jahre älteren Catharina Lauer
geb. 25. Oktober 1815 in Mitlosheim. Die zur Gründung seiner selbstständigen Familie
gelangten Kinder aus dieser Ehe sind
1. Hans Peter Haben,vermählt mit einer Hansen aus
Büschfeld
2. Johann Haben, vermählt mit Margaretha Langenfeld
3. Anna Haben, vermählt mit Lehrer Gehard Heinen
4. Michel Haben, vermählt mitGertrud Konker aus
Mitlosheim
5. Matthias Haben, vermählt mit Catharina Ursula Breith
aus Mitlosheim
Wohl in Anlehnung an das Elternhaus der Jungfrau Maria
Catharina Hoff hat sich in Mitlosheim für die Mitglieder der Familie
Hat sich der Dorfname Huff Huff Hanspitt, Huff Mätz usw
herausgebildet. Haben Matthias ist
der Grossvaterdes Schreibers dieser Zeilen. Das Glück der am 21. Juli 1870 in Weiskirchen
geschlossene Ehe Matthias Haben ist nicht von allzulanger Dauer. Seine Ehefrau
Catharina, geb. Breith stirbt am 22. April 1882 in Mitlosheim im Alter von 33
Jahren an einer Lungenentzündung. Sie hat nach ihrem Tode ihrem Gatten folgende
Kinder hinterlassen:
Matthias Josef Haben 9 Jahre alt
Katharina Ursula Haben 6 Jahre alt
Barbara Haben 3 Jahre alt
Der Nachlass aus dieser Ehe der einen guten Einblick in
das Hab und Gut der kleinen Hochwaldbauern gegen Ende des 20. Jahrhunderts
bleibt einer besonderen Arbeit vorbehalten.
Matthias Haben geht eine zweite Ehe ein mit Maria Marr.
Von seinem ältesten Bruder Hanspitt, der nach Büschfeld verheiratet ist, kauft
er sich eine Wiese als Baugrundststück und baut sich in den Jahren 1898/99 noch
vor dem Bau der Kleinbahn Merzig-Büschfeld die Wirtschaft (Wirtshaus) AM Bahnhof
in Büschfeld. Während Matthias Haben gest. 27. Juli 1927, den Weltkrieg 1914/18
überlebt, sterben zwei seiner Söhne aus zweiter Ehe. Nähmlich der Lehrer August
Haben und der Schlosser Peter Haben den Heldsentod an der Westfront für Volk
und Vaterland. Ein dritter Sohn aus dieser Ehe ist der zur Zeit in Karthaus
wirkende Lehrer Johann Haben.
Der einzige Sohn
Matthias Haben aus erster Ehe ist
der am 20. Dezember 1973 zu Mitloshein
geborene Matthias Josef Haben. Als ältestes Kind muss er in seiner Jugend in
der Gastwirtschaft seiner Eltern tüchtig mithelfen. Er betreut das zur Gastwirtschaft
zugehöhrige Fuhrgeschäft. Auf einem mit Pferden bespannten Wagen bringt er die
am Bahnhof Büschfeld ausgeladene Ware auf die umliegenden Dörfer. Seine Militärpflicht genügt Matthias Josef
Haben bei dem 132 Infanterie Regiment in Strassburg. Der Weltkrieg zieht ihn
auf die Schlachtfelder in Russland. Seine ihm am 15. Juli 1907 angetraute Ehefrau
Catharina sucht während diesen bangen Jahren mit ihren Kindern Schutz im
Elternhaus, dem Gasthaus Johann Adam Kuhn. Haben Matthias Josef, der im Jahre
1907/08 Geschäftsführer bei der Brauerei Zimmermann in Wadern war und der bei
der Übernahme des Unternehmens durch die Aktienbrauerei Merzig, der letzteren
eingetreten ist, kehr nach dem Weltkriege in seine letzte Stellung zurück. Die
Kinder des Matthias Josef Haben sind:
1.
Hans Haben
vermählt mit Hedwig Michel aus Neunkirchen
2.
Josef Haben,
vermählt mit Maria Konz aus Merzig
3.
Katharina Haben,
Krankenschwester aus Elberfeld Bannen
4.
Maria Haben,
gestorben am 21. Juni 1920
5.
Paul Haben, die
blondgelockten Kinder von Hans Haben Eckard, Siegfried und Gunhilde sind die
letzten Glieder einer langen unbekannten Kette
Der
Familienname tritt urkundlich zuerst 1701 in der Form Haben auf. Bis 1800 ist die Schreibweise oft unter den eigenen
Geschwistern sehr verschieden. So finden sich die Formen: Haben, Haffen, Haven,
Habig, Haaber, Haben. Die letzte Schreibweise ist von den Angehörigen der Sippe
seit 1800 beibehalten worden.
Eine
Deutung dieses Namens oder eine Ableitung von einem anderen Namen scheint bis
heute noch nicht durch einen Germanisten erfolgt zu sein.
1.
Ältestes Einwohnerverzeichnis
des Oberamtes Ottweiler.
2.
Kirchenbücher der
katholischen Pfarrämter Ottweiler, Losheim, Weiskirchen, Nunkirchen
3.
Standesamtsregister
Losheim, Weiskirchen.
4.
Kell. Geschichte
des Kreises Merzig.

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